Ein Sack für alle Fälle – Ministativ selbst gemacht

Ähnlich wie für Kameras gilt auch für Stative, dass das beste Stativ jenes ist, das man auch dabei hat. Ein Stativ mit 70 cm Packmaß und 5 Kilo Gewicht schleppt man jedoch nicht überall auf Verdacht mit, hierfür muss schon ein konkretes Vorhaben geplant sein. Oft würde ja auch schon eine Unterlage für die Kamera genügen, um sie für längere Belichtungszeiten auf unwegsamen Gelände wie etwa einem Felsen oder einem Baumstumpf plan ablegen zu können. Gewissermaßen also einfach einen mit Bohnen gefüllten ausgleichenden Sack, der als Ministativ dient. So ein Teil passt bei einer Tour in jeden Fotorucksack. Die Idee ist natürlich nicht neu. So einen Bohnensack kann man in jedem gut sortierten Fotofachgeschäft für etwa 50 Euro kaufen, wiegt etwa 1 Kilo und misst im Durchmesser 19 cm. Oder man bastelt sich so einen Bohnensack einfach selbst: hat rund 19 cm Durchmesser, wiegt etwa 800 Gramm und kostet nur 10 Euro… ach ja, und riecht nach Kaffee. Und so geht’s!

So baut man ein Ministativ aus einem Sack und Kaffeebohnen

Man braucht dazu lediglich zwei Zutaten: ein Sack-ähnliches Textil sowie ein Kilo Kaffeebohnen – also ganze Bohnen, nicht gemahlen. Theoretisch könnte man auch Erbsen, Bohnen oder sonst was nehmen. Ich entschied mich für Kaffeebohnen, weil sie eventuell auftretende Feuchtigkeit am Einsatzort am besten wegstecken. Ein Kilo Kaffeebohnen kostet etwa 7 Euro, muss ja in diesem Fall nicht die feinste Kaffeesorte sein. Fehlt also noch der Sack. Im simpelsten Fall ließe sich jede Plastiktüte oder ein Jutesack nutzen, aber ganz so primitiv soll unser Ministativ dann doch nicht aussehen. Deshalb kommt ein so genanntes BH-Wäschenetz zum Zuge. Dies gibt es meist im Doppelpack zu kaufen und kostet zwischen 4 und 8 Euro plus Versand – oder man stibitzt seiner Partnerin so ein BH-Wäschenetz aus dem Doppelpack. Das hier im Bild zu sehende BH-Wäschenetz kommt zum Beispiel von Tchibo (6 Euro für zwei Stück), hat einen Reißverschluss und ist waschbar – sonst wäre es ja auch kein Wäschenetz.

Der Zusammenbau unseres Sackstativs: Reißverschluss vom Wäschenetz aufmachen und mit den Kaffeebohnen befüllen. Das Kilo würde komplett in das Wäschenetz reinpassen. Da der Sack ja aber vor allem Ungleichmäßigkeiten im Gelände ausgleichen soll, fülle ich ihn nicht ganz prall auf sondern mit etwa 800 Gramm. Danach den Wäschesack wieder schließen und umgehend in den Fotorucksack packen – denn das beste Stativ ist jenes, dass man dabei hat, und wenn es nur ein Sack ist.

© Andy Ilmberger

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