Lost Place Wünsdorf nahe Berlin

Wünsdorf war einst das Nervensystem der Deutschen Wehrmacht

Fährt man heute durch die ehemaligen Sperrgebiete in Wünsdorf, lässt sich zwar erahnen, dass hier mal ein großes Militär-Aufgebot gewesen sein muss, die einstige strategische Bedeutung und Geschichte dieses Standorts ist trotzdem schier unglaublich. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts errichteten hier die Preußen eine Wehrsport- und Reit-Anlage zur leiblichen Ertüchtigung ihrer Soldaten. Während des Ersten Weltkriegs wurde Teile der Anlage aber auch als Lazarett genutzt.

Unter dem NS-Regime blieben die Sportanlagen für das Heer erhalten. Der Standort Wünsdorf wurde aber fortan deutlich vielseitiger genutzt. So entstanden hier die ersten (geheimen) Panzerverbände nach dem 1. Weltkrieg und in 20 Metern Tiefe wurden unzerstörbare Bunkeranlagen gebaut, die das gesamte Oberkommando der Deutschen Wehrmacht beherbergte. Somit war Wünsdorf der wichtigste Nachrichten-Knotenpunkt Deutschland im Zweiten Weltkrieg – quasi das Nervensystem des Deutschen Reichs. Fast schon nebensächlich erscheint es da, dass hier 1936 auch die deutsche Olympia-Mannschaft trainierte und wohnte.

Wünsdorf – der größte Militärstützpunkt der UdSSR

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges übernahmen die Russen das Zepter in Wünsdorf und bauten es für ihre Zwecke um. Wünsdorf wurde damit zur Verbotenen Stadt im Osten. Es war der größte russische Militärstützpunkt außerhalb der damaligen UdSSR. In Wünsdorf und Umgebung lebten während des Kalten Krieges bis zu 250.000 Russen mit ihren Familien.

Als Lost Place erkundbar ist von dem gesamten Gelände heute noch die Anlage rund um das so genannte Haus der Offiziere. Hier entstanden auch die Fotos der hier eingebundenen Bilderstrecke. Viel Spaß beim Durchklicken.

© Andy Ilmberger

 

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