Strahlenkranz in Photoshop selbst gemacht

In den 1950er Jahren waren solch Hintergründe bereits schwer angesagt: Hintergründe in Form eines Strahlenkranzes, dessen Streifen respektive Strahlen von Innen nach Außen verlaufen. Vor allem so genannte Pin-Up-Girls platzierten Künstler gerne vor solchen Texturen. Auch heute haben solche Hintergründe von ihrer magischen Ausstrahlung nichts verloren. Doch wo bekommt man solche Strahlenkränze her? Nun, warum nicht einfach seine Hintergründe selber machen, mit Photoshop ist das keine Hexerei. Hier ist die Anleitung dazu.

 

1, Aller Anfang ist eine neue Datei, wir gehen also im Menü auf „Datei > Neu…“! Im aufgehenden Fenster stellt man nun die gewünschte Größe ein, 6.000 x 6.000 Pixel zum Beispiel ergibt ein Quadrat, welches mit jedem 24-MP-Foto in jedem Format zurecht kommt. Als Auflösung geben wir 300 Pixel pro Zoll ein, Farbmodus bleibt auf RGB und der Hintergrundinhalt auf Transparent.

 

2, Als Vordergrundfarbe wählen wir nun weiß, als Hintergrundfarbe schon mal die Kontrastfarbe für den Strahlenkranz, zum Beispiel rot.

 

Mit dem Linienzeichner-Werkzeug schaffen wir die Struktur für unseren Strahlenkranz.
Mit dem Linienzeichner-Werkzeug schaffen wir die Struktur für unseren Strahlenkranz.

3, Nun beginnen wir damit, das Skelett für unsere Strahlen zu bauen. Dazu wählen wir das Linienzeichner-Werkzeug (gerne versteckt hinterm Rechteck oder so – siehe Screenshot) und beginnen bei unserem noch jungfräulichen Quadrat eine Linie von oben links nach unten rechts zu ziehen. Die zweite Linie folgt von oben rechts diagonal nach unten links. Nun sehen wir auf unserem Quadrat ein Andreas-Kreuz.

Dazu noch zwei Anmerkungen: Die Lienen bitte immer etwas über den Bildrand hinaus ziehen, damit jedes Tortenstück für sich 100-prozentig geschlossen ist.

Man kann das Skelett mit schwarzen Linien, weißen Linien oder Linien mit der jeweiligen Kontrastfarbe aufbauen, aber…

… die schwarzen Linien sind beim Aufbau gut sichtbar, man sieht sie aber leider auch noch immer im fertigen Strahlenkranz zwischen den weißen und farbigen Strahlen.

… die Linien in der Kontrastfarbe sind beim Aufbau ebenfalls gut sichtbar und verschwinden später beim farbigen Befüllen der Tortenstücke. Nachteilig ist, dass man für jeden neuen Strahlenkranz in einer anderen Farbe wieder ganz von vorne anfangen muss.

… weiße Linien sind auf dem transparenten Hintergrund eher schwer sichtbar. Doch da ein Bestandteil des Strahlenkranzes vermutlich sehr oft weiß sein wird, kann man ein einmal gebautes Skelett immer und immer wieder verwenden und im Nu mit seiner Wunschfarbe neu befüllen. Wer aber oftmals schwarz als Farbe mit drin hat, baut natürlich ein schwarzes Strahlenskelett.

 

4, Wir waren stehen geblieben bei unserem Andreas-Kreuz in unserem Quadrat. Ausgehend vom Mittelpunkt des Kreuzes ziehen wir nun abermals eine Linie mit dem Linienzeichner-Werkzeug zunächst gerade nach oben und wie immer etwas über den Bildrand hinaus – die begleitende Einblendung sollte oben einen Winkel von genau 90 Grad anzeigen. Das gleiche Spielchen folgt nun nach unten (-90 Grad), nach rechts (0 Grad) und nach links (180 Grad). Nun haben wir acht Dreiecke. In jedes dieser Dreiecke ziehen wir jeweils zwei weitere Linien, wobei der Abstand zwischen allen Linien am Bildrand stets 15 Grad beträgt.

5, Nach jener Sisyphus-Aufgabe (erst Recht, wer es mit weißen Linien machte) haben wir nun ein Strahlenkranz-Skelett mit insgesamt 24 Tortenstücken bzw. Strahlen. Diese müssen nun für das Befüllen mit Farbe vorbereitet werden – dies gelingt mit der schönen Tastenkombination „STRG/CMD + ALT + Shift + E“ – damit fügt man alle Ebenen zu einer neuen Bearbeitungsebene zusammen, ohne aber dabei die anderen Ebenen zu löschen. Wer ganz sicher gehen will, macht von dieser neu entstandenen Ebene noch eine Arbeitskopie über „Rechte Maustaste > Ebene duplizieren“ und behält die erste Ebene als Sicherungskopie.

 

Die Befüllung des Strahlenkranzes - beginnend mit Weiß gegen den Uhrzeigersinn.
Die Befüllung des Strahlenkranzes – beginnend mit Weiß gegen den Uhrzeigersinn.

6, Jetzt geht es aber ans Befüllen. Dazu schnappen wir uns aus der linken Werkzeugleiste in Photoshop den Eimer respektive das Füllwerkzeug und wählen die weiße Farbe aus. Dabei beginnen wir gegen den Uhrzeigersinn mit dem ersten Feld links von der Mitte gesehen.

 

7, Ist jedes zweite Tortenstück bzw. Streifen weiß eingefärbt, speichern wir das Ergebnis erst einmal ab, um es für andere Farben bereit zu halten – etwa unter Strahlenkranz_weiß.psd. Danach befüllen wir den Eimer mit der Kontrastfarbe – also entweder neue Vordergrundfarbe wählen oder einfach Vorder- und Hintergrundfarbe mit dem Doppelpfeil oberhalb der Farbkacheln in der Werkzeugleiste wechseln. Danach füllen wir mit der neuen Farbe die noch transparenten Felder auf. Am Ende sollte dass dann so wie hier im Bild aussehen – und wir sind fertig. Das Ergebnis speichern wir abermals unter einem eigenen Namen ab, etwa Strahlenkranz_rot_weiß.psd

 

8, Wer mag, kann dem neu geschaffenen Hintergrund mit einem Filter aus Photoshop noch einen psychodelischen Effekt hinzufügen, wie hier im Bild zu sehen. Dazu gehen wir im Menü auf „Filter > Verzerrungsfilter > Strudel…“. Danach noch nach eigenem Gusto der Winkel eingestellt (hier im unteren Bild rund 150 Grad) und fertig ist die 60er-Jahre-Zeitmaschine.

 

© Andy Ilmberger

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